
Deutschland und Jordanien stärken gemeinsam den Bevölkerungsschutz und die Katastrohenhilfe
7. Oktober 2026: Projektabschlusskonferenz
Die Deutsch-Jordanische Gesellschaft war zur Projektabschlusskonferenz eines über 10 Jahre andauernden Projekts des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Amman eingeladen.
Auf der Konferenz betonten die teilnehmenden Institutionen die wichtige und nachhaltige Zusammenarbeit in den einzelnen Projekten.
Ministerialdirektorin Andrea Schumacher, Leiterin der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesministerium des Innern, dankte allen Beteiligten für die herausragende Arbeit in den letzten über 10 Jahren und betonte die Wichtigkeit der Projekte für die Deutsch-Jordanischen Beziehungen.
Grit Tüngler, Präsidentin des Bundesamtes, und Nele Hintzman-Weigand, Gesamtprojektleiterin, betonten die gute und sehr menschliche Zusammenarbeit im Projekt.
Vertreterinnen und Vertreter der Jordanischen Zivilschutzbehörde (Civil Defense Directorate), des Gesundheitsministeriums und des Nationalen Zentrums für Strategie und Krisenmanagement stellten die Projekte vor und verdeutlichten, dass ihre Ergebnisse auch eine nachhaltige Wirkung nach deren Abschluss hätten.
Seit 2013 arbeiten Deutschland und Jordanien im Bereich des Bevölkerungsschutzes eng zusammen. Das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im Auftrag des Auswärtigen Amtes durchgeführte und vom Außenministerium geförderte Projekt unterstützt insbesondere die jordanische Zivilschutzbehörde (Civil Defense Directorate, CDD) und das Gesundheitsministerium beim Aufbau und der Weiterentwicklung leistungsfähiger Strukturen für den Schutz der Bevölkerung.
Im Mittelpunkt stehen Ausbildung, fachliche Beratung und Ausstattung. Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem den Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN), den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz sowie die psychosoziale Notfallversorgung. Jordanische Einsatz- und Fachkräfte werden dabei sowohl theoretisch als auch praktisch geschult.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Vorbereitung auf größere Schadenslagen. Gemeinsam wurden Abläufe für die Versorgung einer großen Zahl von Verletzten trainiert und medizinische Einrichtungen auf entsprechende Szenarien vorbereitet. Auch die jordanischen HazMat-Einheiten für Gefahrstoffe wurden ausgebildet und ausgestattet. Die Bedeutung dieser Fähigkeiten zeigte sich unter anderem beim Chlorgasunfall im Hafen von Aqaba im Jahr 2022, bei dem auch vom BBK bereitgestellte Ausrüstung eingesetzt wurde.
Weitere Projekte befassten sich mit der Vegetationsbrandbekämpfung, dem Krisenmanagement sowie der Förderung von Selbstschutz und Selbsthilfe in der Bevölkerung. Dazu gehörte beispielsweise die Ausstattung jordanischer Einsatzkräfte mit speziell für Vegetationsbrände ausgerüsteten Fahrzeugen. Für Kinder und Jugendliche wurden zudem sogenannte „Häuser der Gefahren“ entwickelt, die spielerisch über Risiken und richtiges Verhalten in Notfällen informieren.
Seit 2022/23 bildet auch die psychosoziale Notfallversorgung einen eigenen Schwerpunkt. Dabei wird unter anderem das psychosoziale Unterstützungsteam der jordanischen Zivilschutzbehörde weiterentwickelt. Ziel ist es, Einsatzkräfte und betroffene Menschen nach belastenden Ereignissen besser zu unterstützen und entsprechende Strukturen dauerhaft in Jordanien zu verankern.
Die deutsch-jordanische Zusammenarbeit setzt dabei bewusst auf nachhaltigen Wissenstransfer. Es geht nicht allein um die Bereitstellung von Technik und Material, sondern vor allem darum, Fachwissen und Kompetenzen langfristig bei den jordanischen Partnerinstitutionen aufzubauen. So können Ausbildung, Einsatzverfahren und Strukturen auch eigenständig weitergeführt werden.
Nach mehr als einem Jahrzehnt wird das BBK-Projekt Ende 2026 abgeschlossen werden. Bis dahin standen und stehen die Festigung der aufgebauten Kompetenzen und deren nachhaltige Überführung in die jordanischen Strukturen im Mittelpunkt. Die langjährige Kooperation ist damit ein Beispiel für die enge praktische Zusammenarbeit Deutschlands und Jordaniens und leistet einen konkreten Beitrag zur Stärkung der zivilen Sicherheit und Krisenresilienz in Jordanien.