DAFG-Jour Fixe: Social
Media und das Empowerment von Frauen in der arabischen Welt
In vielen arabischen Ländern sind die Mehrheit der Hochschulabsolventen Frauen, daher entstehen für sie neue Rollen in der Gesellschaft und im Berufsleben, und gleichzeitig eröffnen sich zusätzliche Bildungs- und Karrieremöglichkeiten. In diesem Kontext spielen Social Media eine große Rolle. Diese Plattformen bieten vielen Frauen einen Raum, um sich unabhängig und uneingeschränkt auszudrücken. Dadurch können sie neue Karrierewege erkunden, Netzwerke bilden und sich aktiv an gesellschaftlichen Veränderungen beteiligen.
Vor diesem Hintergrund veranstaltete die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. am 16. Oktober 2024 einen Jour-Fixe zum Thema „Social Media und das Empowerment von Frauen in der arabischen Welt“ mit den Referentinnen Yasmin Shabani, Vizepräsidentin der Deutsch-Jordanischen Gesellschaft (DJG) und leitende Personalvermittlerin bei TRS Staffing Solutions und Rana Alnasir-Boulos, Vorsitzende Business Development am Euro Institute for Information and Technology Transfer in Environmental Protection (EITEP). Moderiert wurde die Veranstaltung von DAFG-Referenten Mahtab Ishaq.
Als Vizepräsidentin stellte Shabani die Deutsch-Jordanische Gesellschaft e.V. (DJG) vor: Sie existiere seit 1963 und sei eine der ältesten zivilgesellschaftlichen Vereinen Deutschlands. Durch den parlamentarischen Beirat vertrete der Verein die Interessen Jordaniens im Deutschen Bundestag und setze sich zudem für die Ausbildung von Deutschlehrern in Jordanien in Kooperation mit dem Goethe-Institut ein. Als leitende Personalvermittlerin erklärte sie, dass Social Media sehr wichtig in der Personalvermittlung seien, da sie die Erfolge und Talente von Frauen öffentlich sichtbarer machen und ihnen ermöglichen, beruflich gefunden zu werden. Besonders häufig würden Führungskräfte Social Media, wie z. B. LinkedIn, benutzen, um Erfolgsgeschichten zu präsentieren, aber auch um Talente in ihren Firmen anzulocken.
Besonders betonte Shabani den Aufbau von Frauennetzwerke über Social Media: Frauenuntergruppen in LinkedIn und Facebook gäben Frauen einen Raum der Vertraulichkeit und Unterstützung. Als Beispiel nannte sie eine verängstigte schwangere arabischstämmige Frau, die in einer online Frauengruppe zum ersten Mal über das Mutterschutzgesetz informiert und beruhigt wurde. Al Nasir-Boulos stimmte zu und beschrieb Social Media als berufliche und persönliche Hilfe für Frauen, um Probleme und Herausforderungen zu überwältigen. Wichtig sei es, für Frauennetzwerke ihre Ziele klar zu definieren, um effektiv zu unterstützen und ihren Einfluss zu stärken.
Durch die interaktive "fishbowl"-Methodik nahm das Publikum durch Fragen und Anregungen den gesamten Abend über aktiv an der Diskussion teil. Zahlreiche Interessenten nutzten die Gelegenheit, um Shabani und Al Nasir-Boulos Fragen zu stellen und ihre Ansichten auszutauschen. Die Diskussion verlief angeregt und übermittelte viele interessante Ansichtsweisen.
Ein zentrales Thema, das im Austausch lebhaft diskutiert wurde, war die Rolle der Männer in weiblichen Räumen. Es wurde betont, wie wichtig es sei, Männer in Frauennetzwerken, Diskussionen und Kreise einzubeziehen – nur durch gemeinsame Anstrengungen können Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit nachhaltig gefördert werden.